II.

III.

Diese ganze Nacht mit ihren fast absurden Ereignissen und mit ihrem entsetzlichen „Ausgang“ gegen Morgen kommt mir noch immer wie ein gräßlicher Traum oder Albdruck vor und ist – wenigstens für mich – der schwerste Teil meiner Chronik. Ich kam zwar etwas spät auf den Ball, doch immerhin noch rechtzeitig, um sein Ende mitzuerleben, – so früh war es ihm bestimmt, sein Ende zu finden. Die Uhr ging schon auf elf, als ich an der Vorfahrt des Hauses der Adelsmarschallin anlangte. Derselbe weiße Saal, in dem die literarischen Vorträge stattgefunden hatten, war bereits, trotz der kurzen Zwischenzeit, ausgeräumt und in den Haupttanzsaal, wie man annahm, „für die ganze Stadt“, verwandelt worden. Aber wie schlimm meine Befürchtungen, nach diesem Verlauf der Matinee, für den Ball auch waren, eine solche Wirklichkeit hatte ich doch nicht vorausgesehen: von der höheren Gesellschaft hatte sich auch nicht eine einzige Familie eingefunden; selbst die Beamten von auch nur einiger Bedeutung fehlten alle; das aber war doch schon ein äußerst starkes Symptom. Was nun die Damen und jungen Mädchen betrifft, so erwiesen sich Pjotr Stepanowitschs Berechnungen (jetzt war seine Hinterlist schon offenkundig) als im höchsten Grade falsch: es waren nur äußerst wenige erschienen; auf vier Herren kam vielleicht eine Dame, und was waren das für Damen! „Irgendwelche“ Frauen von Oberoffizieren gewöhnlicher Linienregimenter, von Postbeamten und anderen beamteten kleinen Leuten, drei Frauen von Ärzten mit ihren Töchtern, zwei bis drei Gutsbesitzerinnen (von den ärmeren dieses Standes), die sieben Töchter und die eine Nichte jenes Sekretärs, den ich gelegentlich schon erwähnt habe, Kaufmannsfrauen ... War das die Gesellschaft, die Julija Michailowna vorzufinden erwartet hatte? Selbst von den Kaufleuten war fast die Hälfte fern geblieben. Was nun die Männer anbelangt, so bildeten sie, trotz der geschlossenen Abwesenheit unserer ganzen Notabilität, dennoch eine dichte Masse, aber diese Masse machte einen zweideutigen, Mißtrauen erweckenden Eindruck. Natürlich gab es da auch ein paar überaus stille und ehrenwerte Offiziere mit ihren Frauen, ein paar gehorsamste Familienväter, wie z. B. jener selbe Sekretär und Vater seiner sieben Töchter. Doch alle diese stillen bescheideneren Leute waren sozusagen nur „in Ermangelung eines anderen Auswegs“ gekommen, wie sich einer dieser Herren buchstäblich ausdrückte. Andererseits aber hatte sich die Menge der kecken Persönlichkeiten, im Vergleich zum Vormittage, anscheinend noch vermehrt und desgleichen die Anzahl solcher, die offenbar ohne Eintrittskarten hereingelassen waren, – diesen Verdacht hatten ich und Pjotr Stepanowitsch bereits am Nachmittage ausgesprochen. Vorläufig saßen sie alle noch im Büfettraum, und zwar begaben sie sich, wenn sie erschienen, sofort geradenwegs dorthin, wie zu einem verabredeten Sammelplatz. Wenigstens hatte ich diesen Eindruck. Das Büfett befand sich ganz am Ende der Zimmerreihe in einem geräumigen Saal, wo Prochorytsch sich mit sämtlichen Verlockungen der Klubküche etabliert und eine verführerische Ausstellung aller Imbisse, Liköre und Getränke aufgebaut hatte. Hier fielen mir Gestalten auf, die fast in zerrissenen Röcken, wenigstens in höchst zweifelhaften, gar zu wenig ballmäßigen Anzügen erschienen waren; dazu waren sie augenscheinlich nur mit größter Mühe und selbstredend nur für kurze Zeit ernüchtert, Leute, die man Gott weiß wo aufgetrieben hatte, jedenfalls nicht Einheimische, sondern Hergereiste aus anderen Städten. Es war mir natürlich bekannt, daß vom Komitee nach Julija Michailownas Idee beschlossen worden war, den Ball nach durchaus demokratischen Grundsätzen zu veranstalten, „ohne selbst Kleinbürgern den Zutritt zu verweigern, falls es geschehen sollte, daß jemand dieses Standes eine Eintrittskarte erwirbt“. Diese Worte hatte sie in ihrem Komitee dreist aussprechen können, denn sie durfte überzeugt sein, daß es von den ausnahmslos bettelarmen Kleinbürgern unserer Stadt auch nicht einem in den Sinn kommen würde, für drei Rubel eine Eintrittskarte zu lösen. Nichtsdestoweniger bezweifelte ich, daß man diese finsteren Leute in den fast zerrissenen Röcken hereinlassen konnte, selbst wenn das Komitee noch so demokratisch gesinnt war. Aber wer hatte sie denn jetzt hereingelassen und zu welchem Zweck schließlich? Liputin und Lämschin waren ihres Amtes als Festordner bereits enthoben (was sie jedoch nicht hinderte, auf dem Ball anwesend zu sein, zumal sie auch zu den in der „Quadrille der Literatur“ Mitwirkenden gehörten); doch an die Stelle Liputins war jetzt, zu meiner Verwunderung, jener selbe Seminarist getreten, der durch seinen Zusammenstoß mit Stepan Trophimowitsch mehr als alles andere den „Skandal der Matinee“ heraufbeschworen hatte, und Lämschin wurde gar ersetzt durch – Pjotr Stepanowitsch in eigener Person. Was konnte man in dem Falle noch erwarten?

Ich versuchte, von den Gesprächen einiges aufzufangen. Manche Ansichten überraschten durch ihre Ungereimtheit. So wurde z. B. in einer Gruppe behauptet, diese ganze Geschichte mit Stawrogin und Lisa sei von Julija Michailowna arrangiert worden und sie habe von Stawrogin Geld dafür angenommen. Man nannte sogar die Summe. Man behauptete, daß sogar das ganze Fest von ihr zu diesem Zweck veranstaltet worden sei; eben deshalb sei auch die halbe Stadt nicht gekommen, nachdem man erfahren, um was es sich handelte; Lembke selbst aber sei dadurch so erschüttert worden, daß diese Erschütterung seinen Verstand „zerrüttet“ habe und nun „führe“ sie ihn als Verrückten umher. – Hierzu gab es viel Gelächter, sowohl lautes, offenes, wie heiseres, gemeines und lautlos verschlagenes, hinter dem sich eigene Gedanken bargen. Auch der Ball wurde von allen fürchterlich kritisiert und auf Julija Michailowna wurde schon ohne jede Rücksicht geschimpft. Es war das überhaupt ein merkwürdig ungeordnetes, bruchstückhaftes, betrunkenes und ruheloses Schwatzen, so daß es schwer hielt, sich darauf einen Vers zu machen oder etwas Bestimmtes daraus zu folgern. Doch in demselben Büfettsaal hatten sich auch viele harmlos lustige Leute niedergelassen, sogar einzelne Damen von der Sorte, die man mit nichts in Erstaunen setzen oder einschüchtern kann, äußerst liebenswürdige und lustige Geschöpfe, meist jene erwähnten Offiziersfrauen mit ihren Männern. Sie hatten sich in Gruppen an mehreren Tischchen niedergelassen und tranken fröhlich Tee. Der Büfettsaal wurde zur warmen Herberge nahezu für die Hälfte des erschienenen Publikums. Und dieses ganze hier versammelte Publikum mußte doch bald, wenn die Quadrille der Literatur begann, voll Neugier auf einmal in den Tanzsaal fluten. Es war geradezu unheimlich, sich das auch nur vorzustellen.

Inzwischen hatte man im weißen Saale, dank der Mitwirkung des jungen Fürsten, drei magere Quadrillen zustande gebracht. Die jungen Töchter tanzten also und die Eltern sahen zu und freuten sich. Doch selbst von diesen ehrenwerten Familienhäuptern begannen schon viele heimlich zu überlegen, wie sie sich, nachdem die Töchter ihr Vergnügen gehabt, zeitiger entfernen könnten, und nicht erst dann, „wenn’s anfängt“. Daß es aber unfehlbar wieder „anfangen“ werde, davon waren entschieden alle überzeugt.

Julija Michailownas Gemütszustand zu schildern, dazu wäre ich wohl kaum imstande. Ich habe dort nicht mit ihr gesprochen, obschon ich ziemlich in ihrer Nähe war. Meinen Gruß erwiderte sie nicht, da sie ihn nicht bemerkte (sie bemerkte ihn tatsächlich nicht). In ihrem Gesicht lag etwas Krankhaftes, ihr Blick war hochmütig und voll Verachtung, aber unstät und erregt. Sie überwand sich mit sichtlicher Qual, – doch wozu eigentlich und für wen? Sie hätte unbedingt den Ball verlassen und vor allen Dingen ihren Gatten heimbringen sollen, sie aber blieb! Dabei konnte man es schon ihrem Gesicht ansehen, daß die Augen ihr nun „endlich aufgegangen“ waren und daß sie auf nichts mehr hoffte. Sie rief auch nicht ein einziges Mal Pjotr Stepanowitsch zu sich (der ging ihr auch, glaube ich, schon selbst aus dem Wege; ich sah ihn im Büfettraum, er war übertrieben lustig). Aber sie blieb doch auf dem Ball und ließ ihren Mann nicht auf einen Augenblick von ihrer Seite. Oh, sie hätte noch vorhin am Nachmittage jede Anspielung auf seinen Gesundheitszustand mit aufrichtiger Empörung zurückgewiesen. Jetzt aber mußten ihr auch in der Beziehung die Augen endlich aufgegangen sein. Mir wenigstens war es schon auf den ersten Blick klar, daß sein Zustand sich im Vergleich zum Vormittage verschlimmert hatte. Er machte den Eindruck, als sei er sich überhaupt nicht dessen bewußt, wo er sich befand. Hin und wieder richtete er seinen Blick plötzlich mit ganz unerwarteter Strenge auf den einen oder anderen, zweimal z. B. auch auf mich. Einmal begann er zu sprechen, begann laut und wichtig, sprach aber den Satz nicht zu Ende, wodurch er einen bescheidenen alten Beamten, der zufällig in seiner Nähe stand, geradezu erschreckte. Doch selbst dieser Teil des Publikums, das im weißen Saale anwesend war, selbst diese Bescheidenen und Scheuen gingen finster und ängstlich Julija Michailowna aus dem Wege, obschon sie gleichzeitig äußerst sonderbare Blicke auf ihren Gemahl warfen, Blicke, deren Unverwandtheit und Offenheit mit der sonstigen Schüchternheit dieser Leute gar zu wenig harmonierte.

„Sehen Sie, gerade dieser Zug war es, der mich plötzlich durchbohrte, und ich begann endlich zu erraten, wie es um Andrei Antonowitsch stand,“ sagte Julija Michailowna später einmal zu mir.

Ja, wieder war sie die Schuldige. Wahrscheinlich hatte sie sich am Nachmittage, als nach meiner Flucht aus ihrem Hause auf Pjotr Stepanowitschs Zureden hin beschlossen worden war, daß der Ball stattfinden und sie auf ihm erscheinen solle, – wahrscheinlich hatte sie sich dann wieder in das Kabinett ihres Gatten begeben, zu ihrem Andrei Antonowitsch, den, wie sie meinte, nur der Skandal der Matinee „erschüttert“ hatte, und dort wird sie wohl wieder alle ihre Verführungskünste angewandt haben, um ihn zum Mitgehen zu bewegen. Wie groß mußte demnach ihre Qual jetzt sein! Und dennoch blieb sie auf dem Ball! War es nun ihr Stolz, der sie trotz aller Pein auf ihrem Platz auszuharren zwang, oder hatte sie bereits den Kopf verloren – ich weiß es nicht. Jedenfalls versuchte sie in geradezu erniedrigender Weise und mit freundlichem Lächeln (bei ihrem Hochmut!) einzelne Damen in ein Gespräch zu ziehen, doch die wurden sofort unsicher, antworteten mißtrauisch und einsilbig mit einem „ja“ oder „nein“ und gingen ihr sichtlich aus dem Wege.

Von den wirklichen Würdenträgern unserer Stadt befand sich auf diesem Ball nur ein einziger, – jener selbe wichtige General a. D., von dem ich schon einmal erzählt habe: der bei der Adelsmarschallin nach dem Duell zwischen Stawrogin und Gaganoff seiner alten Gewohnheit gemäß „gerade davon laut zu sprechen anfing, wovon alle nur heimlich zu flüstern wagten“, und der somit wieder einmal der allgemeinen Spannung die Tür öffnete. Jetzt spazierte er würdevoll durch alle Säle, beobachtete und hörte zu und bemühte sich, durch sein Mienenspiel recht offenkundig zu zeigen, daß er nur so, um die Sitten zu beobachten, mehr Studien halber, als um eines reinen Vergnügens willen, gekommen sei. Er endete damit, daß er sich ganz und gar Julija Michailowna zugesellte und nicht einen Schritt von ihr wich, sichtlich bestrebt, sie zu ermutigen und zu beruhigen. Gewiß war er ein Mensch von großer Herzensgüte, sehr vornehm und bereits so alt, daß man von ihm sogar Mitleid hinnehmen konnte; doch sich gestehen zu müssen, daß dieser alte Schwätzer sie, Julija Michailowna, zu bemitleiden und fast zu beschützen wagte, indem er sehr wohl begriff, daß er ihr mit seiner Anwesenheit eine Ehre erwies, das war doch mehr als ärgerlich. Der General aber hielt unentwegt Stand und schwatzte ohne aufzuhören.

„Hm, man sagt, keine Stadt könne bestehen ohne sieben Gerechte ... sieben, glaub’ ich, müssen es sein, entsin–ne mich nicht mehr genau der vor–schriftsmäßigen Zahl. Ich weiß nicht, wieviele von diesen sieben ... unzwei–felhaft Gerechten unserer Stadt ... die Ehre haben auf Ihrem Ball anwesend zu sein, doch was mich betrifft, so beginne ich, trotz der Anwesenheit derselben, mich nicht außer–halb jeder Gefahr zu empfinden. Vous me pardonnerez, charmante dame, n’est-ce pas?[187] Ich spreche natürlich allegorisch. Begab mich vorhin zum Büfett, bin aber faktisch froh, daß ich heil und ganz wieder herausgekommen bin ... Unser unschätz–barer Prochorytsch ist dort nicht an seinem Platz, und mich deucht, zum Morgen hin wird seine ganze Bude vertilgt sein. Übrigens, amüsant. Warte nur noch auf diese ‚Quadrille der Li–te–ratur‘, dann aber – ins Bett. Verzeihen Sie das schon einem alten Podagristen, muß mich früh hinlegen. Aber auch Ihnen würde ich raten, ‚in die Federchen zu gehen‘, wie man aux enfants[188] zu sagen pflegt ... Bin eigentlich wegen der jungen Schön–heiten gekommen ... die ich natürlich nirgendwo in solcher Voll–zähligkeit antreffen könnte, wie hier ... Alle von jenseits des Flusses, und dorthin pflege ich nicht zu fahren. Die Frau eines Leutnants ... ich glaube, von den Jägern ... ist sogar wirklich nicht übel ... hm, in der Tat ... und das weiß sie auch selbst. Hab’ mit ihr gesprochen; schlagfertig und ... so, nun ja. Nun und die Mädel, gleichfalls frisch ... Ja; aber das ist auch alles. Außer der Frische fak–tisch nichts. Übrigens, amüsant. Wenigstens für mich. Es gibt da Knöspchen ... nur die Lippen ein wenig dick. Überhaupt ist in der russischen Schönheit der Frauenantlitze wenig von jener Regelmäßigkeit vorhanden und ... und ein bißchen läuft sie doch auf einen Pfannkuchen hinaus ... Vous me pardonnerez, n’est-ce pas[189] ... übrigens immer bei gleichzeitig schönen Augen ... lachenden Augen. Diese Knöspchen sind so in den ersten zwei Jahren ihrer Jugend be–zau–bernd, sogar drei Jahre lang ... dann aber, nun ja, dann werden sie unwiderruflich dick ... wodurch sie in ihren Männern jenen traurigen In–dif–ferentismus erzeugen, der die Entwicklung der Frauenfrage so überaus begünstigt ... vorausgesetzt, daß ich diese Frauenfrage richtig verstehe ... Hm! Der Saal ist nicht übel; die Räume schön geschmückt. Es hätte schlechter sein können. Die Musik könnte sogar sehr viel schlechter sein ... ich sage nicht ‚sollte‘. Ein übler Eindruck, daß überhaupt wenig Damen vorhanden sind. Die Toiletten übergehe ich. Böse ist, daß dieser dort in den grauen Beinkleidern sich so unverhüllt Cancan zu tanzen erlaubt. Ich würde es verzeihen, wenn es von ihm aus Freude geschähe, und zumal er ein hiesiger Apotheker ist ... aber um elf ist es immer–hin noch zu früh, selbst für einen Apotheker ... Dort im Büfettsaal begannen zwei sich zu prügeln und wurden nicht hinausbefördert. Um elf aber müssen Raufbolde noch hinausbefördert werden, gleichviel welcher Art die Sitten des Publikums sonst sind ... ich will nicht sagen, um drei Uhr morgens, dann muß man der öffentlichen Meinung schon eine Konzession machen, – vorausgesetzt, daß dieser Ball die dritte Morgenstunde überhaupt erlebt ... Warwara Petrowna aber hat doch nicht Wort gehalten, und ihre Blumen sind nicht eingetroffen. Hm! Die hat jetzt an anderes zu denken, als an Blumen. Pauvre mère![190] Und die arme Lisa, – Sie haben doch schon gehört? Man sagt, eine geheimnisvolle Geschichte und ... und wieder ist dieser Stawrogin in der Arena ... Hm! Ich müßte nun doch ins Bett ... Meine Nase nickt schon von selbst. Aber wann wird denn eigentlich diese ‚Quadrille der Li–te–ratur‘ beginnen?“

Und schließlich begann denn auch die „Quadrille der Literatur“. Wenn in der letzten Zeit irgendwo in der Stadt das Gespräch auf den bevorstehenden Ball gekommen war, dann hatte man bereits nach den ersten Worten unfehlbar von dieser „Quadrille der Literatur“ gesprochen, und da sich niemand eine Vorstellung von dieser Aufführung machen konnte, so erregte sie natürlich übermäßige Neugier. Das aber war schon an sich die größte Gefahr für einen Erfolg, und – wie groß war daher die Enttäuschung!

Eine Seitentür des weißen Saales, die bis dahin geschlossen war, wurde geöffnet und plötzlich erschienen ein paar Masken im Saal. Das Publikum drängte sich sofort gierig um sie herum. Im Augenblick verbreitete sich die Kunde bis zum Büfett und schon stürzte, wälzte sich von dort der ganze Menschenschwarm bis auf den letzten zum weißen Saal, in den er wie eine Flut hineinbrach. Die Masken begannen sich zum Tanze aufzustellen. Es gelang mir noch, mich bis zu den ersten Reihen durchzudrängen und ich blieb dicht hinter Lembkes und dem alten General stehen. Da tauchte plötzlich flink Pjotr Stepanowitsch neben Julija Michailowna auf, nachdem er sich ihr bis dahin gar nicht gezeigt hatte.

„Ich sitze die ganze Zeit am Büfett und beobachte,“ flüsterte er ihr mit der Miene eines schuldbewußten Schulbuben zu, die er übrigens absichtlich annahm, um sie noch mehr aufzubringen.

Sie wurde feuerrot vor Zorn.

„Wenn Sie mich doch wenigstens jetzt nicht mehr betrügen wollten, Sie unverschämter Mensch!“ entfuhr es ihr fast mit lauter Stimme, so daß es die Umstehenden hörten.

Pjotr Stepanowitsch schlüpfte, äußerst zufrieden mit sich selbst, wieder flink davon.

Es wäre schwer, sich eine armseligere, billigere, noch talentlosere und fadere Allegorie vorzustellen, als es diese „Quadrille der Literatur“ war. Und gewiß hätte man nichts ersinnen können, das weniger zu unserem Publikum paßte, als diese Allegorie; dabei hieß es, daß Karmasinoff sie erdacht habe. Freilich, in Szene gesetzt war sie von Liputin, der sich mit dem lahmen Lehrer beraten hatte (mit demselben, der an jenem Abend auch bei Wirginski war). Aber die Idee stammte doch von Karmasinoff und man sagte, er habe sogar selbst mitwirken, sich maskieren und eine besondere, selbständige Rolle übernehmen wollen. Die Quadrille bestand aus sechs kläglichen Maskenpaaren, ja eigentlich waren es nicht einmal richtige Masken, denn die Maskerade bestand nur darin, daß sie sich etwa einen künstlichen Bart oder sonst einen billigen Blödsinn angeklebt hatten. Da war z. B. ein älterer Herr, nicht groß von Wuchs, im Frack – also genau so angezogen, wie alle Herren auf einem Ball erscheinen –, mit einem ehrwürdigen grauen Bart (der Bart war allerdings nur angeklebt und das war seine ganze Verkleidung). Dieser Herr strampelte, trippelte und tänzelte mit biederem Gesichtsausdruck fast nur auf einer Stelle umher, ohne sich recht vom Fleck zu bewegen. Dazu brachte er mit gemäßigtem, doch schon heißer gewordenem Baßstimmchen allerhand Laute hervor. Diese Heiserkeit der Stimme aber sollte eine unserer bekannten Tageszeitungen gerade besonders charakterisieren[51]. Dieser Maske vis-à-vis tanzten zwei Riesen X und Z, und zwar waren ihnen diese Buchstaben am Frack angesteckt, doch was dieses X und dieses Z bedeuten sollten, das blieb unaufgeklärt. „Der ehrliche russische Gedanke“ wurde dargestellt von einem Herrn in mittleren Jahren mit einer Brille, im Frack, in Handschuhen und – in Fesseln (es waren richtige eiserne Fesseln, wie sie Gefangenen angelegt werden). Unter dem Arm trug dieser „Gedanke“ eine Mappe mit Akten über eine zu unternehmende Sache oder eine bevorstehende „Tat“. Aus seiner Fracktasche schaute ein entsiegelter, aus dem Auslande gekommener Brief hervor, der die Ehrlichkeit des „ehrlichen russischen Gedankens“ allen denen, die seine Ehrlichkeit bezweifelten, verbürgen sollte. Dies alles wurde von den Festordnern bereits mündlich erklärt, denn lesen konnte man den aus der Tasche hervorlugenden Brief natürlich nicht. In der erhobenen rechten Hand hielt der „ehrliche russische Gedanke“ einen Pokal, ganz als wollte er einen Toast ausbringen. Zu beiden Seiten dieses Gedankens und in einer Reihe mit ihm tanzten zwei kurzgeschorene Nihilistinnen; ihm gegenüber aber tanzte ein gleichfalls schon älterer Herr, im Frack, doch mit einem schweren Knüppel in der Hand: diese Gestalt sollte eine gefürchtete, doch nicht in Petersburg erscheinende Zeitschrift darstellen. Der Knüppel aber sollte wohl sagen: „Wenn ich mal zuschlage, bleibt von meinem Feinde nur noch ein nasses Fleckchen übrig.“ Doch ungeachtet seines Knüppels konnte er auf keine Weise den durch die Brillengläser unverwandt auf ihn gerichteten Blick des „ehrlichen russischen Gedankens“ ertragen, weshalb er sich alle Mühe gab, nach links oder rechts diesem Blick auszuweichen, und jedes Mal, wenn es zum pas de deux kam, wand, drehte, kringelte er sich förmlich und wußte nicht, wohin er sehen sollte, – so sehr quälte ihn wahrscheinlich das Gewissen ... Doch wer kann schließlich alle diese stumpfsinnigen erklügelten Witzchen aufzählen und behalten! Alles war von dieser Art, so daß ich mich zu guter Letzt qualvoll zu schämen begann. Und siehe, genau dieselbe Empfindung gleichsam eines Schamgefühls spiegelte sich auch in allen übrigen Gesichtern des Publikums wieder, sogar in den mürrischsten Physiognomien aus dem Büfettraum. Eine Zeitlang schwiegen alle und sahen mit geärgerter Verständnislosigkeit zu. Wenn ein Mensch sich schämt, fängt er gewöhnlich an sich zu ärgern und ist dann zum Zynismus geneigt. Allmählich aber begann ein Gebrumm:

„Was soll das denn eigentlich bedeuten?“ brummte in einer Gruppe jemand von denen, die das Büfett belagert hatten.

„Irgend ’nen Blödsinn.“

„Das soll eine Art Literatur sein. Die ‚Stimme‘ wird kritisiert.“

„Was geht das mich an!“

In einer anderen Gruppe:

„Diese Esel!“

„Nein, nicht sie sind die Esel, sondern die Esel sind wir.“

„Warum bist du denn ein Esel?“

„Nein, ich bin kein Esel, aber ...“

„Na, wenn selbst du kein Esel bist, dann bin ich schon lange keiner!“

In einer dritten Gruppe:

„Mit einem Tritt sie alle hinauswerfen und dann hole sie der Teufel!“

„... Den ganzen Saal ausfegen ...“

In einer vierten:

„Daß die Lembkes sich nicht schämen, zuzusehen!“

„Warum sollen sie sich denn schämen? Du schämst dich doch nicht?“

„Nein, ich schäme mich schon, er aber ist noch der Gouverneur!“

„Ja, und du bist nur ein Schwein ...“

„In meinem ganzen Leben habe ich noch nie einen so einfachen Ball erlebt,“ sagte eine Dame gehässig in nächster Nähe von Julija Michailowna, sichtlich mit dem Wunsch, gehört zu werden.

Diese Dame – eine korpulente und geschminkte Frau von etwa vierzig Jahren, in einem grellfarbenen Seidenkleide – war in der Stadt zwar allen Leuten bekannt, doch wurde sie in keinem Hause empfangen. Sie war die Witwe eines Staatsrates, der ihr ein hölzernes Wohnhaus und eine karge Pension hinterlassen hatte, aber sie lebte gut und hielt sich sogar eigene Pferde. Vor etwa zwei Monaten hatte sie als erste von allen Damen bei Julija Michailowna ihre Visite machen wollen, war aber von dieser nicht empfangen worden.

„Und das war ja auch wirklich vorauszusehen,“ fügte sie hinzu, indem sie frech Julija Michailowna in die Augen sah.

„Wenn es vorauszusehen war, warum sind Sie dann noch erschienen?“ fragte plötzlich Julija Michailowna, die sich nicht mehr bezwingen konnte.

„Ach, aber doch wirklich nur aus Gutgläubigkeit!“ versetzte jene Dame sofort schlagfertig und im Augenblick ungemein belebt (sie hätte gar zu gern einen Wortwechsel angeknüpft), doch der alte General trat zwischen sie und Frau von Lembke.

Chère dame,“ – er beugte sich zu Julija Michailowna – „wenn ich einen Rat geben dürfte, so wäre es der, jetzt heimzufahren. Wir behindern die Gesellschaft nur, ohne uns wird man sich vortrefflich amüsieren. Sie haben alles getan, was nötig war, haben den Ball eröffnet, nun und ... jetzt überlassen Sie die Leute sich selbst ... Zumal auch Andrei Antonowitsch sich an–schei–nend nicht wohl fühlt ... Ich meine, damit ihm nicht hier noch ein Unglück zustößt ...“

Doch es war bereits zu spät.

Herr von Lembke hatte schon die ganze Zeit die Tänzer der „Quadrille“ mit einer gewissen ungehaltenen Verständnislosigkeit betrachtet, als aber die ersten kritischen Bemerkungen im Publikum laut wurden, begann er sich sogleich unruhig umzuschauen. Da fielen ihm offenbar zum erstenmal auch einzelne Gestalten aus dem Büfettraum auf; sein Blick drückte das größte Befremden aus. Plötzlich erscholl lautes Gelächter über eines der in der „Quadrille“ produzierten Stückchen: der Herausgeber der „gefürchteten, doch nicht in Petersburg erscheinenden Zeitschrift“, der mit dem Knüppel in der Hand tanzte, empfand wohl endgültig, daß er die Brillengläser des „ehrlichen russischen Gedankens“ nicht mehr zu ertragen vermochte, und da er nicht wußte, wie er ihnen ausweichen sollte, begann er plötzlich, in der letzten Tour, den Brillengläsern verkehrt, d. h. auf den Händen, mit den Beinen in der Luft, entgegen zu gehen, was gleichzeitig die bekannte Entstellungsmanier der „gefürchteten, doch nicht in Petersburg erscheinenden Zeitschrift“ veranschaulichen sollte, die unter Umständen selbst die gesunde Vernunft auf den Kopf stellt. Da nur Lämschin auf den Händen zu gehen verstand, hatte er es übernommen, den Herausgeber mit dem Knüppel zu mimen. Julija Michailowna hatte nicht das Geringste davon gewußt, daß jemand auf den Händen gehen werde. „Das hatte man mir verheimlicht, absichtlich verheimlicht!“ sagte sie später immer wieder, als sie in ihrer Verzweiflung und Empörung mir alles erzählte. Das Gelächter der Menge wurde natürlich nicht von der Allegorie hervorgerufen, an die man überhaupt nicht dachte, sondern galt einfach dem Anblick eines auf den Händen gehenden Menschen in einem Frack, dessen Schoße nun selbstredend umgeklappt herabhingen.

Lembke brauste auf und bebte vor Erregung.

„Der Nichtswürdige!“ schrie er, indem er auf Lämschin wies. „Ergreift den Spitzbuben! Umkehren! Umkehren auf die Füße ... der Kopf ... damit der Kopf nach oben ... oben!“

Lämschin sprang wieder auf die Füße. Das Gelächter verstärkte sich.

„Hinausjagen alle Spitzbuben, die da lachen!“ befahl plötzlich Lembke.

Die Menge begann zu murren und zu johlen.

„So geht das denn doch nicht, Exzellenz.“

„Das Publikum darf man nicht beschimpfen.“

„Selber ein Esel!“ tönte es irgendwoher aus einer ferneren Ecke.

„Die Flibustiers!“ rief jemand vom entgegengesetzten Ende des Saales.

Lembke drehte sich bei diesem Ruf hastig nach dieser Seite hin um und wurde ganz bleich. Dann verzogen sich seine Lippen zu einem stumpfsinnigen Lächeln, als habe er plötzlich etwas begriffen, als erinnere er sich an etwas.

„Meine Herren“ ... angstvoll wandte sich Julija Michailowna an die näherrückende Menge, während sie gleichzeitig ihren Mann mit sich fortzuziehen suchte, „entschuldigen Sie Andrei Antonowitsch, meine Herren, Andrei Antonowitsch fühlt sich nicht wohl ... er ist krank ... entschuldigen Sie ... verzeihen Sie ihm, meine Herren!“

Ich hörte es mit eigenen Ohren, wie sie „verzeihen Sie“ sagte. Die Szene spielte sich sehr schnell ab. Aber ich weiß noch genau, daß schon in diesem Augenblick ein Teil des Publikums wegdrängte zum Ausgang des Saales, gleichsam erschrocken, und zwar geschah das gerade nach diesen Worten Julija Michailownas. Ich erinnere mich sogar noch eines hysterischen weiblichen Ausrufs halb unter Tränen:

„Ach, wieder ist’s ganz so wie am Vormittage!“

Und plötzlich, mitten in dieses bereits beginnende Gedränge, schlug auf einmal wieder eine Bombe ein, also tatsächlich „ganz so wie am Vormittage“:

„Es brennt! Die ganze Vorstadt brennt überm Fluß!“

Ich erinnere mich bloß nicht, wo dieser entsetzliche Schrei zuerst erschallte: ob im Saal oder – ich glaube, es kam jemand aus dem Vestibül, vom Eingang hereingestürzt. Jedenfalls entstand sofort ein solcher Tumult, daß ich nicht einmal versuchen will, ihn zu schildern. Von dem Publikum, das sich zum Ball noch eingefunden hatte, stammte die Mehrzahl aus eben jener Vorstadt: es waren zumeist die Besitzer der dort, auf der anderen Seite des Flusses, belegenen hölzernen Häuser, oder deren Einwohner. Man stürzte zu den Fenstern, im Nu waren die Vorhänge zur Seite gezogen, die Stores herabgerissen. Die Vorstadt lohte. Freilich, der Brand begann erst, aber es lohte schon an drei ganz verschiedenen Stellen, – und gerade das war das Erschreckendste.

„Brandstiftung!“ – „Die Spigulinschen!“ brüllte man im Gedränge.

Ich habe noch ein paar überaus charakteristische Ausrufe behalten:

„Hat doch mein Herz das vorausgefühlt, daß sie brandstiften werden, das hat es die ganzen letzten Tage vorausgefühlt!“

„Die Spigulinschen, die Spigulinschen, wer denn sonst!“

„Man hat uns absichtlich hier versammelt, um dort derweil anzünden zu können!“

Diesen letzten, wunderlichsten Schrei stieß eine Frauenstimme aus; es war der unbedachte, der unwillkürliche Schrei einer Koróbotschka[52], die ihr Hab und Gut brennen sieht. Alles stürzte zum Ausgang. Das Gequetsche und Gedränge im Vorraum beim Suchen nach den Pelzen, Tüchern und Umhängen, das Gekreisch erschreckter Frauen und das Weinen der Töchter werde ich nicht weiter beschreiben. Es ist kaum anzunehmen, daß hierbei direkt gestohlen wurde, doch es ist schließlich kein Wunder, daß bei einem solchen Durcheinander manche ohne ihre Überkleider, die nicht zu finden waren, wegfuhren, worüber noch lange nachher in der Stadt vieles erzählt wurde, natürlich mit Erdichtungen und Übertreibungen. Lembke und Julija Michailowna wurden in der Tür von der Menge nahezu erdrückt.

„Alle zurückhalten! Nicht einen hinauslassen!“ brüllte plötzlich Lembke, indem er drohend die Hand gegen die Andrängenden ausstreckte. „Alle einzeln strengstens untersuchen, sofort!“

Die Antwort darauf war aus dem Saal ein Hagel von kräftigen Schimpfwörtern.

„Andrei Antonowitsch! Andrei Antonowitsch!“ rief Julija Michailowna in vollständiger Verzweiflung.

„Als erste verhaften!“ schrie dieser und wies streng mit dem Finger auf sie. „Als erste untersuchen! Der Ball war inszeniert zum Zweck der Brandstiftung ...“

Sie stieß einen Schrei aus und fiel in Ohnmacht (oh, dieser Ohnmachtsanfall war natürlich schon ein echter). Ich, der Fürst und der General stürzten zur Hilfe herbei; auch andere halfen uns in diesem schweren Augenblick, sogar einige von den Damen. Wir trugen die Unglückliche aus dieser Hölle zu ihrer Equipage; doch sie kam erst unterwegs, kurz vor ihrem Hause, zu sich und ihr erstes war, daß sie wieder nach Andrei Antonowitsch rief. Nach dem Zusammenbruch aller ihrer Phantastereien verblieb ihr als einziges nur noch ihr Andrei Antonowitsch. Es wurde sofort nach dem Doktor geschickt. Ich wartete eine ganze Stunde bei ihr, der Fürst gleichfalls; der General wollte in einer Anwandlung von Großmut (obgleich ihm der Schreck arg in die Glieder gefahren war) die ganze Nacht „am Bette der Unglücklichen“ verbringen, schlief aber schon nach zehn Minuten, noch bevor der Arzt erschien, im Saal auf einem Lehnstuhl ein, wo wir ihn dann auch so schlafen ließen.

Dem Polizeimeister, der vom Ball zur Brandstätte eilte, gelang es noch, Andrei Antonowitsch gleich nach uns hinauszuführen, und er wollte ihn zu Julija Michailowna in den Wagen setzen, indem er aus allen Kräften Seiner Exzellenz zuredete, „der Ruhe zu pflegen“. Ich verstehe nicht, warum er das nicht durchsetzte. Selbstredend wollte Andrei Antonowitsch von Ruhe nichts wissen und strebte mit Gewalt zur Brandstätte; aber das war doch kein vernünftiger Grund. So endete es denn damit, daß der Polizeimeister ihn noch in seinem eigenen Wagen zur Brandstätte brachte. Später erzählte er, Lembke habe unterwegs die ganze Zeit gestikuliert und „solche Ideen als Befehle hervorgestoßen, daß es wegen ihrer Ungewöhnlichkeit unmöglich war, sie auszuführen“. So ist denn nachher auch rapportiert worden: daß Se. Exzellenz sich zu der Zeit, infolge der „Plötzlichkeit des Schrecks“, bereits im Fieberdelirium befunden habe.

Es erübrigt sich wohl, zu erzählen, wie der Ball endete. Einige Dutzend Taugenichtse und sogar ein paar Damen blieben in den Sälen. Die Polizei war nicht mehr da. Das Orchester mußte spielen, denn die Musikanten, die weggehen wollten, wurden verprügelt. Zum Morgen hin war „Prochorytschs ganze Bude“ vertilgt, man soff bis zur Bewußtlosigkeit, tanzte den Kamarinskij ohne Zensur, besudelte die Räume; und erst bei Morgengrauen langte ein Teil dieser Bande, vollkommen betrunken, auf dem erlöschenden Brandplatz an, – zu neuen Unruhen. Die andere Hälfte blieb und schlief gleich dort in den Sälen in steif besoffenem Zustande, mit allen Folgen eines solchen, auf den Plüschdiwans und in den Ecken auf dem Fußboden. Am nächsten Morgen wurden sie – das war das erste, was man tat – an den Beinen hervorgezogen und hinausgeschleift auf die Straße. Und damit endete das Fest zum Besten der Gouvernanten unseres Gouvernements.

IV.

IV.
485 of 718
13 pages left
CONTENTS
Chapters
Highlights