II.
Erkel war nur insofern ein „Dummkopf“, als der Hauptverstand in seinem Kopfe fehlte, eben der, auf den es ankommt, sozusagen der Kopf im Kopfe; doch von dem kleinerem dem untergeordneten Verstande hatte er eine ganze Menge, sogar so viel, daß dieser schon an Schlauheit grenzte. Fanatisch, kindlich der „allgemeinen Sache“ ergeben, im Grunde aber nur Pjotr Werchowenski, hatte Erkel den Auftrag nach der Instruktion ausgeführt, die ihm bei der Verteilung der Rollen erteilt worden war. Pjotr Stepanowitsch hatte sich nämlich an jenem Abend, nachdem er ihm die Rolle des Abgesandten zugewiesen, noch die Zeit genommen, ungefähr zehn Minuten mit ihm unbelauscht zu sprechen. Sie waren zu dem Zweck zur Seite getreten. Erkels ganzer Ehrgeiz ging dahin, der „allgemeinen Sache“ zu dienen, und um ihretwillen ordnete er sich blind jedem fremden Willen unter. Da nun aber solche Jünglinge, wie er, sich das Einer-Sache-dienen immer nur in Verbindung mit einer bestimmten Person vorstellen können, die ihrer Meinung nach die Idee dieser Sache repräsentiert, so richtete sich sein Wille schließlich ganz nach dem Pjotr Stepanowitschs. Erkel, der gefühlvolle, freundliche und gute Erkel, war vielleicht der kälteste und gefühlloseste unter den Mördern, mit denen Werchowenski Schatoff umstellt hatte. Ohne jeglichen persönlichen Haß, aber auch ohne mit der Wimper zu zucken, hätte er an dessen Ermordung teilgenommen.
Es war ihm unter anderem anbefohlen worden, bei der Überbringung seiner Botschaft an Schatoff die Umgebung desselben gut zu mustern: als ihn nun Schatoff auf der Treppe empfing und ihm in der Aufregung mitteilte – wahrscheinlich ganz unwillkürlich –, daß seine Frau zurückgekehrt sei, da war Erkels instinktive Schlauheit groß genug, um ihm sofort zu sagen, daß er hier nicht die geringste Neugier weiter zeigen dürfe, während er gleichzeitig blitzschnell begriff, von welcher ungeheuren Bedeutung die Rückkehr dieser Frau für das Gelingen oder Nichtgelingen ihres Vorhabens sein konnte ...
Mit dem letzteren sollte er nur zu recht haben: Marja Ignatjewnas Rückkehr rettete geradezu die „Schurken“, da sie Schatoff von jenen gefährlichen Gedanken ablenkte, und half ihnen noch, sich seiner zu „entledigen“ ... Diese plötzliche Ankunft seiner Frau regte ihn maßlos auf, warf seine Gedanken in ganz neue Gleise und ließ ihn für sich selbst jede Vorsicht vergessen. Ja, gerade der Gedanke an seine eigene Gefahr kam ihm jetzt, wo er mit so ganz anderem beschäftigt war, am allerwenigsten in den Sinn. Im Gegenteil, die Nachricht, daß Werchowenski am nächsten Tage fliehen werde, beruhigte ihn in der Beziehung vollständig. Und an der Richtigkeit dieser Nachricht zweifelte er um so weniger, als sie andererseits seinen Verdacht vollkommen bestätigte.
Nachdem er in das Zimmer zurückgekehrt war, setzte er sich still in eine Ecke, stützte die Ellenbogen auf die Knie und vergrub sein Gesicht in den Händen. Bittere Gedanken quälten ihn ...
Und plötzlich hob er den Kopf, stand auf und ging auf den Fußspitzen zum Bett, um sie zu sehen.
„Herrgott! Sie wird doch morgen bestimmt erkranken, es hat ja jetzt schon angefangen! Sie hat sich natürlich auf der Reise erkältet. Wie sollte sie auch nicht! – ist sie doch gar nicht mehr an unser rauhes Klima gewöhnt! Und dann die Waggons, dazu noch die dritte Klasse, und draußen Sturm und Regen. Dabei hat sie nur so ein leichtes Mäntelchen an! Und sie sollte ich nun verlassen, so allein hier lassen, ohne jede Hilfe? Und ihr Reisetäschchen, wie leicht und klein das ist, wiegt ja keine zehn Pfund! Die Arme, wie erschöpft sie ist, wie viel sie ertragen hat! Sie ist stolz, darum klagt sie nicht! Aber erbittert, erbittert ist sie! Kommt noch die Krankheit hinzu – selbst ein Engel ist in der Krankheit gereizt! Wie trocken und heiß jetzt ihre Stirn sein muß, was für Schatten unter den Augen liegen und ... und wie schön dieses ovale Gesicht ist und dieses herrliche Haar, wie ...“
Aber er wandte schnell die Augen von ihr, ging eilig in seine Ecke zurück, wie erschrocken schon bei dem bloßen Gedanken, in ihr etwas anderes zu sehen, als ein unglückliches, gequältes Wesen, dem er helfen mußte.
„Was sind das hier für Hoffnungen! Oh, wie niedrig, wie gemein der Mensch doch ist!“
Er setzte sich wieder, vergrub wieder das Gesicht in den Händen und begann zu denken, ließ Erinnerungen an sich vorüberziehen ... und wieder träumte er von Hoffnungen.
„Ach, müde bin ich, müde!“ fiel ihm ihr Ausruf, ihre schwache kranke Stimme ein. „Herrgott! wie sollte ich sie denn jetzt verlassen – achtzig Kopeken ihr ganzes Geld! Gleich hielt sie ihr Beutelchen hin, wie klein, wie alt es war! ... Ist hergekommen, um zu arbeiten, zu verdienen, eine Stelle zu suchen – was weiß sie denn von Stellen, was weiß sie denn von Rußland! Das ist doch alles wie bei störrischen kleinen Kindchen, alles eigene Phantasie, alles frei erdacht; und nun ärgert sie sich, die Arme, warum Rußland nicht ihren ausländischen Illusionen gleicht! Oh, ihr Unglücklichen, oh, ihr Unschuldigen! ... Aber hier ist es wirklich kalt ...“
Und er erinnerte sich plötzlich, daß sie über Kälte geklagt und er ihr versprochen hatte, einzuheizen.
„Holz ist hier, das könnte ich hereinholen, aber wenn sie dabei aufwacht? Es wird schon gehen! Aber wie wird es nun mit dem Kalbsbraten? Sie wird aufwachen und dann vielleicht doch essen wollen ... Nun, das später! Kirilloff schläft die ganze Nacht nicht. Aber womit könnte ich sie nur zudecken, sie schläft so fest! Und sie wird es bestimmt kalt haben, bestimmt kalt!“
Er trat noch einmal leise zu ihr: der Kleiderrock hatte sich ein wenig verschoben und ihr Bein war fast bis zum Knie unbedeckt. Schatoff sah erschrocken weg, zog dann schnell seinen warmen Mantel aus und breitete ihn, bemüht, nichts zu sehen, über die entblößte Stelle. Er selbst blieb in einem dünnen alten Rock.
Das vorsichtige Anheizen des Ofens, das leise Herumgehen auf den Fußspitzen, das Betrachten der Schlafenden, das Denken in der Ecke – all das nahm viel Zeit in Anspruch. Es vergingen zwei, drei Stunden. Inzwischen waren Werchowenski und Liputin auf dem Schleichwege zu Kirilloff gekommen und hatten ihn auf demselben Wege schon wieder verlassen. Endlich schlummerte auch Schatoff in seiner Ecke ein. Da stöhnte sie plötzlich: sie erwachte und rief ihn. Er sprang wie ein Verbrecher auf.
„Marie! Ich war eingeschlafen ... sei nicht bös, Marie. Ach, wie gemein ich bin, Marie!“
Sie hatte sich ein wenig erhoben, sah sich verschlafen und erstaunt um, als ob sie noch gar nicht recht begriff, wo sie sich befand, doch plötzlich fuhr sie unwillig, zornig auf.
„Ich habe Ihr Bett eingenommen, ich bin vor Müdigkeit einfach so eingeschlafen ... Warum haben Sie das zugelassen? Warum haben Sie mich nicht sofort aufgeweckt? Wie haben Sie gewagt zu denken, daß ich Ihnen zur Last fallen will?“
„Wie hätte ich dich denn aufwecken können, Marie?“
„Es war Ihre Pflicht, mich aufzuwecken! Für Sie ist hier kein zweites Bett und ich habe Ihr Bett eingenommen. Sie hätten mich nicht in diese falsche Situation bringen sollen. Oder glauben Sie, daß ich gekommen bin, um Ihre Wohltaten auszunutzen? Sie werden sich sofort auf Ihr Bett legen, – und ich lege mich in der Ecke auf ein paar Stühle ...“
„Marie, ich habe hier gar nicht so viel Stühle und es ist auch nichts da, was ich unterbreiten könnte!“
„Nun, dann einfach auf die Diele. Sie müßten ja sonst selbst auf der Diele schlafen. Ich will mich auf die Diele legen, sofort, sofort!“
Sie erhob sich und wollte einen Schritt vorwärts treten, doch plötzlich nahm ein unerträglicher krampfartiger Schmerz ihr alle Kraft und alle Entschlossenheit und sie sank laut aufstöhnend aufs Bett zurück. Schatoff lief erschrocken zu ihr, und Marie, die ihr Gesicht im Kissen verbarg, ergriff seine Hand und preßte und bog seine Hand wie im Krampf in ihren Händen.
So verging eine ganze Minute.
„Marie, Liebling, hier ist ein Doktor Frenzel, ich kenne ihn, sogar sehr gut ... Ich werde zu ihm laufen, wie?“
„Unsinn!“
„Warum Unsinn? Sage, Marie, was tut dir denn weh? ... Sonst könnte man auch einen heißen Umschlag machen ... vielleicht auf den Magen, zum Beispiel ... Das verstehe ich auch ohne Doktor ... Oder ein Senfpflaster ...“
„Was?“ fragte sie verwundert und sah ihn, den Kopf leicht erhebend, erschrocken an.
„Das heißt, was denn, Marie?“ fragte Schatoff, der sie nicht verstand. „Was fragst du? O Gott, ich rede vielleicht wirklich Unsinn! Marie, vergib, aber ich kann nichts verstehen ...“
„Ach, lassen Sie mich, das geht Sie auch gar nichts an ... das zu verstehen ... Wäre ja auch nur komisch!“ und sie lachte bitter auf. „Erzählen Sie mir irgend etwas. Gehen Sie im Zimmer herum und sprechen Sie. Stehen Sie nicht bei mir und sehen Sie mich nicht an, darum bitte ich Sie ganz besonders – schon zum fünfhundertstenmal!“
Schatoff begann auf und ab zu gehen, sah zu Boden und strengte sich mit aller Gewalt an, nicht zu ihr hinzusehen.
„Hier – sei nicht böse, Marie, ich flehe dich an –, hier unten ist Kalbsbraten, nicht weit, und Tee ... Du hast vorhin so wenig gegessen ...“
Sie winkte eigensinnig und geärgert mit der Hand ab.
Schatoff biß sich in Verzweiflung auf die Lippe.
„Hören Sie, ich habe die Absicht, hier in der Stadt eine Buchbinderei zu eröffnen. Mit Teilhabern. Da Sie hier leben und die Verhältnisse kennen, so sagen Sie mir, was Sie dazu meinen: wird es sich lohnen oder nicht?“
„Ach, Marie, bei uns liest man doch keine Bücher. Und es gibt ja auch gar keine! Wie soll er sich denn da Bücher einbinden lassen?“
„Der hiesige Leser, der hiesige Einwohner überhaupt, Marie.“
„So sprechen Sie doch verständlich! Denn was heißt das: ‚er‘! – wer aber dieser ‚er‘ ist – ist mir unbekannt. Sie kennen die Grammatik nicht mehr.“
„Das war doch im Geiste der Sprache ... Marie,“ murmelte Schatoff.
„Ach, gehen Sie mir mit Ihrem Geist! Habe das satt. Warum würde denn der hiesige Leser oder Einwohner nicht einbinden lassen?“
„Weil, ein Buch lesen und ein Buch einbinden lassen – zwei ganz verschiedene Zeiten der Entwicklung sind, und zwar zwei riesig große. Zuerst lernt er allmählich das Lesen, in Jahrhunderten natürlich, aber zerreißt und vernachlässigt das Buch, da er es noch nicht für eine ernste Sache hält. Ein Buch aber einbinden lassen, heißt schon das Buch achten, bedeutet, daß er nicht nur das Lesen lieben gelernt hat, sondern auch als eine große Sache anerkennt. Bis zu dieser Periode ist Rußland noch nicht gekommen. Europa bindet schon lange ein.“
„Das ist, wenn auch pedantisch ausgedrückt, doch nicht dumm gedacht und erinnert mich an die Zeit von vor drei Jahren. Sie konnten zuweilen ganz geistreich sein, vor drei Jahren.“
Sie sagte das ebenso gereizt, wie alle ihre früheren eigensinnigen Phrasen.
„Marie, Marie,“ wandte sich Schatoff gerührt zu ihr, „oh, Marie! Wenn du wüßtest, was alles in diesen drei Jahren vergangen und verschwunden ist! Ich hörte, daß du mich später verachtet haben sollst, weil ich meine Überzeugungen geändert habe! Aber was habe ich denn fortgeworfen? Doch nur die Feinde des lebendigen Lebens, veraltete Liberale, die sich vor persönlicher Unabhängigkeit fürchten, die Lakaien der Gedanken, Feinde der Persönlichkeit und Freiheit, die altersschwachen Anpreiser des Toten und der stinkenden Verwesung! Was steht denn hinter ihnen? – doch nur Greisenhaftigkeit, die goldene Mittelmäßigkeit, spießerhafteste, erbärmlichste Unbegabtheit, neidische Gleichheit, Gleichheit ohne persönliche Würde, eine Gleichheit, wie ein Lakai sie begreift, oder höchstens wie ein Franzose von dreiundneunzig sie begriff ... Doch die Hauptsache: überall sind Schurken, Schurken und Schurken!“
„Ja, Schurken gibt es viele,“ sagte sie kurz.
Sie lag ausgestreckt auf dem Bett, ein wenig auf der Seite, reglos, als fürchte sie, sich zu bewegen, den Kopf auf dem Kissen zurückgebogen, und sah mit müdem, doch heißem Blick auf die Zimmerdecke. Ihr Gesicht war bleich, ihre Lippen trocken und heiß.
„Du stimmst mir bei, Marie, du stimmst mir bei?“ rief Schatoff aus.
Sie wollte den Kopf schütteln zum Zeichen der Verneinung, doch plötzlich wurde sie wieder von einem Krampf erfaßt. Wieder verbarg sie das Gesicht in dem Kissen und wieder preßte sie mit aller Kraft die Hand Schatoffs, der, außer sich vor Angst, zu ihr gestürzt war.
„Marie, Marie! Aber das ist vielleicht etwas furchtbar Ernstes, Marie!“
„Schweigen Sie ... Ich will nicht, ich will nicht, ich will nicht!“ rief sie fast jähzornig und drehte den Kopf auf dem Kissen, daß nun wieder ihr Gesicht zu sehen war. „Wagen Sie es nicht, mich mit Ihrem Mitleid anzusehen! Gehen Sie im Zimmer herum und sprechen Sie, sprechen Sie!“
Schatoff ging wieder auf und ab und gab sich verzweifelte Mühe, nur von Gleichgültigem zu sprechen.
„Womit beschäftigen Sie sich hier?“ fragte sie, mit gereizter Ungeduld ihn unterbrechend.
„Ich arbeite bei einem Kaufmann im Kontor. Wenn ich wollte, Marie, könnte ich hier ganz gutes Geld verdienen.“
„Desto besser für Sie ...“
„Ach, denk nur nicht, Marie, ich ... ich habe das nur so gesagt ...“
„Und was tun Sie denn sonst noch? Was predigen Sie denn jetzt? Sie können doch nicht anders, als predigen. Das gehört schon einmal zu Ihrem Charakter!“
„Ich predige Gott, Marie.“
„An den Sie selbst nicht glauben. Diese Idee habe ich nie begreifen können.“
„Lassen wir das, Marie, davon können wir später sprechen.“
„Was war diese Marja Timofejewna hier?“
„Davon wollen wir auch später sprechen, Marie.“
„Wagen Sie es nicht, mir solche Bemerkungen zu machen! Ist es wahr, daß ihr Tod ein Verbrechen ... dieser Menschen ist?“
„Zweifellos,“ preßte Schatoff durch die Zähne hervor.
Marie erhob plötzlich den Kopf und rief krankhaft erregt:
„Wagen Sie es nie mehr, mir davon zu sprechen, nie mehr, nie mehr!“
Und wieder fiel sie zurück, wieder übermannt von einem krampfartigen Schmerz. Das war schon der dritte Anfall. Ihr Gestöhn wurde lauter – laut bis zum Geschrei.
„O Sie unerträglicher Mensch! O Sie entsetzlicher Mensch!“ Sie warf sich hin und her, sie stieß erbarmungslos Schatoff fort, der am Bett stand und sich über sie beugte.
„Marie, ich werde alles tun, was du willst ... ich werde gehen ... sprechen ...“
„Ja, sehen Sie denn wirklich nicht, was begonnen hat!“
„Was hat begonnen, Marie?“
„Ach, wie soll ich es wissen! Weiß ich denn etwas davon? ... Oh, verfl...! Oh ... im voraus sei schon alles verflucht!“
„Marie, wenn du nur sagen wolltest, was begonnen hat ... denn sonst ... wie soll ich denn sonst etwas verstehen?“
„Sie sind ein abstrakter Schwätzer ... Oh ... alles ... alles sei verflucht!“
„Marie! Marie!“
Er begann schon ernstlich zu befürchten, daß sie wahnsinnig geworden sei.
Da richtete sie sich plötzlich halb auf und sah ihn mit furchtbarer, krankhafter, ihr Gesicht entstellender Wut an:
„Ja, sehen Sie denn noch immer nicht, daß ich mich in Geburtswehen quäle? Mag es im voraus verflucht sein, dieses Kind!“
„Marie,“ rief Schatoff, der jetzt endlich begriff, um was es sich handelte. „Marie ... Warum hast du das nicht gleich gesagt?“ Er besann sich sofort, und plötzlich ergriff er in energischer Entschlossenheit seine Mütze.
„Wußte ich es denn, als ich hier eintrat? Wäre ich denn sonst zu Ihnen gekommen? Man sagte mir: erst nach zehn Tagen! Aber wohin gehen Sie denn, wohin wollen Sie, unterstehen Sie sich nicht!“ ...
„Nach der Hebamme! Ich verkaufe den Revolver: ganz zuerst muß jetzt Geld –!“
„Wagen Sie es nicht, unterstehen Sie sich nicht, nach der Hebamme zu gehen, einfach ein Weib, irgendeine Alte, ich habe noch achtzig Kopeken im Geldbeutel ... Bauernweiber gebären doch ohne fremde Hilfe ... Und krepiere ich, um so besser ...“
„Das Weib schaffe ich zur Stelle, eine Alte gleichfalls. Nur wie ... wie soll ich, Herrgott, wie soll ich dich so allein lassen, Marie?“
Doch er sagte sich, daß es immerhin besser war, sie jetzt allein zu lassen, als später ohne Hilfe zu sein, und er eilte wie gehetzt die Treppe hinunter.