III.

IV.

Ich hielt es nicht aus und eilte doch noch zu ihm hinter die Kulissen, um ihn anzuflehen, jetzt seinen ganzen Vortrag aufzugeben, ein Unwohlsein vorzuschützen und nach Hause zu fahren. Es sei nun alles schon verspielt und verloren, auch ich würde mein Festordnerband ablegen, meinen Ehrenposten aufgeben und mit ihm davongehen. Er war in diesem Augenblick gerade im Begriff, die Tribüne zu betreten: nun blieb er stehen, maß mich hochmütig vom Kopf bis zu den Füßen und fragte mit geradezu feierlichem Ernst:

„Wie kommen Sie dazu, mein Herr, von mir eine solche Schändlichkeit zu erwarten?“

Ich trat zurück, überzeugt, daß er ohne Katastrophe von dort nicht zurückkehren werde. In vollständiger Mutlosigkeit stand ich da, als plötzlich wieder die Figur des angereisten Professors vor mir auftauchte. Er ging immer noch auf und ab, in sich versunken und vor sich hinmurmelnd, aber ein triumphierendes Lächeln glitt hin und wieder über sein Gesicht, und von Zeit zu Zeit hob er immer noch die Faust, um sie dann wuchtig niedersausen zu lassen. Ich trat ganz unabsichtlich auf ihn zu.

„Wissen Sie,“ sagte ich, „erfahrungsgemäß hört kein einziges Publikum länger als zwanzig Minuten jemandem zu. Selbst die größte Berühmtheit wird es keine halbe Stunde ...“

Er blieb stehen. Ein ungeheurer Hochmut lag auf seinem Gesicht.

„Seien Sie unbesorgt,“ brummte er verächtlich und ging an mir vorüber.

In dieser Minute ertönte im Saale die Stimme Stepan Trophimowitschs.

„Ach, daß Euch der ...!“ fluchte ich und eilte in den Saal.

Stepan Trophimowitsch hatte sich in den Stuhl gesetzt, noch bevor die Ordnung im Saale einigermaßen hergestellt war. Aus den ersten Reihen empfingen ihn nicht gerade wohlwollende Blicke. Im Klub hatte man in der letzten Zeit aufgehört, ihn besonders zu schätzen oder gar zu lieben. Aber immerhin war es schon viel, daß man ihn nicht einfach auszischte. Mich hatte die ganze Zeit die fixe Idee verfolgt, daß etwas Derartiges geschehen werde. Vermutlich bemerkte man ihn bei der allgemeinen Unordnung zunächst gar nicht. Doch was konnte er denn überhaupt erwarten, wenn man sogar mit Karmasinoff so verfahren war? Er war bleich; aus seiner Aufregung ersah ich, der ich ihn doch so gut kannte, daß er sein Erscheinen auf dieser Tribüne selber als eine Art Schicksalsfügung empfand. So stand er denn nach zehn Jahren wieder vor der Öffentlichkeit! Lieb und teuer war mir dieser Mensch. Und was fühlte ich nicht alles für ihn, als ich nun seine ersten Worte vernahm!

„Meine Damen und Herren!“ stieß er hervor, wie zu allem entschlossen, und doch mit einer Stimme, die vor innerer Erregung gleichsam keinen Atem hatte. „Meine Damen und Herren! Noch heute morgen lag einer dieser verbotenen und gesetzwidrigen Aufrufe vor mir, und ich stellte mir wohl zum hundertsten Mal die Frage: ‚Worin besteht das Geheimnis ihrer Macht?‘“

Der ganze Saal verstummte im Augenblick; alle Blicke wandten sich ihm zu. Kein Zweifel: wenigstens hatte er es verstanden, gleich mit den ersten Worten zu fesseln. Sogar hinter den Kulissen steckte man die Köpfe hervor: Liputin und Lämschin lauschten geradezu gierig. Julija Michailowna rief mich wieder mit einem Wink zu sich.

„Halten Sie ihn auf, was es auch koste, halten Sie ihn auf!“ flüsterte sie mir erregt zu.

Ich zuckte nur mit der Achsel. Wie konnte man einen Menschen, der sich schon zu allem entschlossen hatte, noch aufhalten? Und ich verstand Stepan Trophimowitsch nur zu gut.

„Aha, von den Proklamationen!“ flüsterte man im Publikum.

„Meine Damen und Herren, ich habe das ganze Geheimnis erraten. Das Geheimnis ihrer Macht und ihres Erfolges liegt in ihrer – Dummheit!“ (Seine Augen erglänzten.) „Ja, wäre das eine erklügelte Dummheit, eine Dummheit aus Berechnung – oh, dann wäre sie genial! Aber man muß den Verfassern volle Gerechtigkeit widerfahren lassen: sie bringen sie nicht aus Berechnung, nein, sondern es ist einfach die allernaivste, die alleroffenherzigste, die allerbilligste Dummheit – c’est la bêtise dans son essence la plus pure, quelque chose comme un simple chimique.[176] Wäre das alles ein wenig klüger ausgedrückt, so würde ein jeder die ganze Armseligkeit dieser billigen Dummheit einsehen. So dagegen bleiben alle in der Ungewißheit, denn keiner will es doch glauben, daß es wirklich so erstklassig dumm sei. ‚Es kann doch nicht sein, daß nichts dahinter stecke‘, sagt sich ein jeder, und man sucht nach dem geheimen Sinn, glaubt an ein Geheimnis und will zwischen den Zeilen lesen. Damit aber ist der Erfolg schon gesichert! Oh, noch nie hat die Dummheit eine so feierliche Belohnung erhalten, ungeachtet dessen, daß sie sie so oft verdient ... Denn, en parenthèse,[177] die Dummheit, wie das höchste Genie, sind innerhalb des Geschickes der Menschheit beide von gleichem Nutzen.“

„Sentenzen der vierziger Jahre!“ hörte man eine übrigens recht bescheidene Stimme sagen.

Doch nun war es mit der Ruhe zu Ende: alles schrie und lärmte los.

„Meine Herren, Hurra! Ich schlage vor, einen Toast auf die Dummheit auszubringen!“ rief Stepan Trophimowitsch, den ganzen Saal gleichsam herausfordernd.

Ich lief zu ihm, unter dem Vorwande, Wasser ins Glas zu gießen.

„Stepan Trophimowitsch, lassen Sie davon ab, Julija Michailowna bittet Sie inständig ...“ flüsterte ich schnell.

„Nein, lassen Sie von mir ab, Sie müßiger junger Mann!“ rief er mir mit lauter Stimme zu.

Ich zog mich zurück.

Messieurs!“ fuhr er fort, „wozu die Aufregung, warum dieses Geschrei des Unwillens, das ich höre? Ich bin ja mit dem Olivenzweig gekommen. Ich bringe das letzte Wort, denn in dieser Sache habe ich das letzte Wort – und wir können uns versöhnen.“

„Fort mit ihm!“ riefen die einen.

„Ruhig, laßt doch hören, laßt ihn zu Ende sprechen!“ schrien die anderen.

Besonders regte sich der junge Lehrer auf, der, nachdem er einmal zu sprechen gewagt hatte, nun sich nicht mehr halten konnte.

Messieurs, das letzte Wort in dieser Sache ist – die gegenseitige Vergebung. Ich, ein alter Mann, ich erkläre feierlich, daß der Geist des Lebens noch ebenso stürmt wie früher und die lebendige Kraft auch in der jungen Generation nicht versiegt ist. Der Enthusiasmus unserer jetzigen Jugend ist noch ebenso rein und licht, wie er es zu meiner Zeit war. Es ist nur eines geschehen: man hat die Ziele geändert, die eine Schönheit ward durch die andere ersetzt! Das ganze Mißverständnis liegt nur darin, was ist schöner: Shakespeare oder ein Paar Stiefel, Rafael oder ein Petroleur?“

„Das ist eine Anklage!“ brüllte man irgendwoher.

„Das sind kompromittierende Fragen!“

Agent-provocateur![178]

„Ich aber erkläre,“ rief Stepan Trophimowitsch wie rasend, „ich aber erkläre, daß Shakespeare und Rafael – höher als die Aufhebung der Leibeigenschaft, höher als das Volk, höher als der Sozialismus, höher als die gesamte junge Generation, höher als die Chemie, höher fast als die ganze Menschheit stehen, und vielleicht die höchste Frucht sind, die es überhaupt geben kann! Die Form der Schönheit ist damit schon erreicht, die Prägung, ohne die ich vielleicht gar nicht einwilligen würde, zu leben ... O Gott!“ er erhob die Arme, „vor zehn Jahren habe ich das in Petersburg genau so von einer Tribüne den Menschen zugerufen, mit denselben Worten, und ebensowenig haben sie mich damals verstanden, haben gelacht und gepfiffen wie jetzt ... O ihr kleinen, kleinen Menschen, was fehlt euch, daß ihr das nicht verstehen könnt? Ja, wißt ihr denn nicht, wißt ihr denn nicht, daß ohne den Engländer die Menschheit noch leben kann, auch ohne den Deutschen, ohne den russischen Menschen schon ohne weiteres, auch ohne die Wissenschaft, auch ohne Brot, nur ohne die Schönheit, nur ohne Schönheit kann sie nicht leben, denn da gäbe es überhaupt nichts mehr zu tun auf der Welt! Hier liegt das ganze Geheimnis, liegt die ganze Weltgeschichte! Selbst die Wissenschaft würde ohne die Schönheit nicht einen Augenblick bestehen – wißt ihr das auch, ihr Lacher –, alles würde sich in Hamitentum verwandeln, nichts mehr würdet ihr erfinden, nicht einmal einen Nagel! ... Dabei bleibe ich!“ und er schlug aus aller Kraft mit der Faust auf den Tisch.

Viele sprangen von ihren Plätzen, andere drängten sich näher zu der Tribüne. Alles das geschah schneller, als sich’s beschreiben läßt, und erst recht schneller, als daß man Vorsichtsmaßregeln hätte treffen können – wenn man überhaupt welche hätte treffen wollen!

„Ihr habt es gut, ihr Verwöhnten an euren vollen Tischen!“ brüllte schon unmittelbar vor der Tribüne der Seminarist und fletschte Stepan Trophimowitsch höhnisch an.

Der bemerkte es und trat sofort bis an den äußersten Rand:

„Habe nicht ich, nicht ich soeben noch gesagt, daß der Enthusiasmus unserer jungen Generation ebenso rein und licht ist wie früher, und daß sie nur deshalb ins Verderben geht, weil sie sich in den Formen des Schönen täuscht? Ist euch das zu wenig? Und wenn ihr bedenkt, daß ein gebeugter und beleidigter Vater zu euch spricht, ist es dann, – o ihr kleinen Menschen! ... Kann man denn überhaupt noch leidenschaftsloser und klarer schauend über den Ansichten stehen? Undankbare, ungerechte Menschen ... warum wollt ihr nicht Frieden schließen ...“

Und plötzlich brach er in hysterisches Schluchzen aus. Er wischte sich mit den Fingern die Tränen ab. Die Brust und die Schultern zitterten vor Schluchzen – er vergaß alles um sich her.

Eine wirkliche Panik ergriff das Publikum, fast alle erhoben sich von ihren Plätzen. Auch Julija Michailowna erhob sich schnell und zog ihren Mann von seinem Stuhle in die Höhe.

„Stepan Trophimowitsch!“ brüllte triumphierend der Seminarist. „Hier in der Stadt und in der Umgegend treibt sich jetzt ein entsprungener Zuchthäusler herum, Fedjka mit Namen. Er stiehlt überall und vor nicht langer Zeit hat er einen neuen Mord verübt. Gestatten Sie die Frage: wenn Sie ihn vor fünfzehn Jahren nicht zur Begleichung einer Kartenschuld als Rekruten verkauft hätten, wäre er dann auch nach Sibirien gekommen? Hätte er dann auch Menschen ermordet im Kampfe ums Dasein? Was sagen Sie dazu, Herr Ästhetiker?“

Ich verzichte darauf, die nun folgende Szene zu beschreiben. Zunächst ertönte ein rasender Applaus. Es applaudierten natürlich nicht alle, vielleicht nur der fünfte Teil des Saales, aber der applaudierte dafür auch wie wahnsinnig. Der Rest des Publikums strömte zum Ausgang, der applaudierende Teil dagegen zur Tribüne hin, und so entstand ein allgemeines Gewühl. Damen schrien auf. Junge Mädchen weinten und wollten nach Hause. Lembke stand noch immer an seinem Platz und sah drohend um sich. Julija Michailowna verlor zum erstenmal in ihrem Leben völlig den Kopf. Stepan Trophimowitsch schien von den Worten des Seminaristen zuerst völlig zerschmettert zu sein, doch plötzlich erhob er beide Hände und rief:

„Ich schüttle den Staub von meinen Füßen und verfluche ... Das ist das Ende ... das Ende ...“

Und sich umkehrend lief er, gestikulierend und noch mit den Händen drohend, hinter die Kulissen.

„Er hat die Gesellschaft beleidigt! ... Er schmäht uns! Werchowenski!“ schrie man.

Und schon wollte man hinter ihm her stürzen, was in diesem Augenblick schwer zu verhindern gewesen wäre, – aber siehe da! nun sollte noch die letzte Katastrophe wie eine Bombe in die Versammlung einschlagen! Der dritte Redner, jener Maniak, der hinter den Kulissen hin und her geschritten war und in einem fort die Faust hochgehoben hatte, erschien plötzlich auf der Tribüne.

Er hatte entschieden das Aussehen eines Verrückten. Mit breitem, triumphierendem Lächeln, voll unermeßlichen Selbstvertrauens übersah er die aufgeregte Menge, und es schien ihn nicht im geringsten zu verwirren, daß er vor solchem Publikum reden sollte, vielmehr schien er an der Unordnung sogar seine Freude zu haben, und zwar so augenscheinlich, daß gerade das die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihn lenkte.

„Wer ist denn das?“ hörte man fragen. „Was will denn der noch? Still! Pst! Was?“

„Meine Herren!“ begann dieser Mensch, ganz am äußersten Rande der Tribüne stehend, schreiend laut und fast mit einer ebenso kreischend-weibischen Stimme, wie Karmasinoff sie hatte, nur lauter und ohne das aristokratische Lispeln.

„Meine Herren! Vor zwanzig Jahren, am Vorabend unseres Krieges mit dem halben Europa, war Rußland das Ideal aller Staats- und Geheimräte! Die Literatur stand im Dienst der Zensur! An den Universitäten lehrte man exerzieren! Das Heer wurde zum Ballett! Das Volk aber bezahlte stier und stumm Abgaben, schwieg und schmachtete unter der Knute der Leibeigenschaft! Patriotismus wurde zum Geschäft: man erpreßte von Lebenden und von Toten! Die nicht Schmiergelder nahmen, galten für revolutionär, denn sie störten die Harmonie! Die Birkenwälder wurden rasiert als Hilfe zur Aufrechterhaltung dieser Ordnung. Europa zitterte. Doch in Rußland hatte es in dem ganzen sinnlosen Jahrtausend seiner Existenz noch niemals elender ausgesehen! Rußland war nur noch eine einzige Schmach und weiter nichts!“ Und mit einer wüsten Bewegung erhob er die Faust, schüttelte sie drohend über seinem Haupte und ließ sie dann ingrimmig niedersausen, als wollte er mit einem einzigen Schlage einen unsichtbaren Gegner zerschmettern.

Ein unbändiges Gebrüll erhob sich von allen Seiten. Ohrenbetäubendes Klatschen und Trampeln erschütterte den Saal. Es applaudierte schon beinahe die Hälfte der Anwesenden. Die Harmlosesten wurden mitgerissen: Rußland wurde öffentlich geschmäht, entehrt, vor dem ganzen Publikum heruntergerissen – wie sollte man da nicht brüllen vor Entzücken?

„Das ist’s! ... Der weiß es! ... Der hat recht! Hurra ... Das ist besser als Ästhetik! ... Hurra!“

Triumphierend fuhr der Maniak in seiner Rede fort: „Seit der Zeit sind zwanzig Jahre vergangen! Die Universitäten haben sich vermehrt! Das Exerzieren in den Hörsälen ist zur Legende geworden! An Offizieren im Heer fehlt’s jetzt zu Tausenden! Die Eisenbahnen haben alles Kapital verschlungen und Rußland wie mit einem Spinngewebe überzogen, so daß man in zehn bis fünfzehn Jahren vielleicht auch wirklich wird reisen können. Die Brücken brennen nur selten, aber die Städte dafür um so häufiger. Auf den Gerichten werden salomonische Urteile gefällt, doch die Geschworenen nehmen Schweigegelder an, um nicht Hungers zu sterben! Die befreiten Leibeigenen peitschen sich jetzt gegenseitig, an Stelle der Gutsbesitzer, die es früher taten! Ozeane von Schnaps trinkt man aus, damit das Budget zustande kommt! Und in Nowgorod hat man vor der alten und unnützen Sophienkirche eine kolossale Kugel aufgestellt und feierlich enthüllt, als Denkmal der tausendjährigen Unordnung und Sinnlosigkeit, die wir jetzt glücklich hinter uns haben! Europa aber ärgert sich und fühlt sich von neuem beunruhigt ... Fünfzehn Jahre der Reformen! Indessen ist Rußland noch niemals, nicht einmal in den groteskesten Zeiten seines ganzen unsinnigen Bestehens, zu solch einer ...“

Seine letzten Worte wurden schon vom Gebrüll der Menge verschlungen. Man sah nur noch, wie er wieder die Faust erhob und sie dann wieder niedersausen ließ. Der Jubel überstieg bereits alle Grenzen. Man schrie, man heulte, man klatschte unbändig in die Hände. Sogar einzelne Damen riefen: „Genug! Besseres können Sie nicht mehr sagen!“ Man war wie betrunken. Oben auf der Tribüne aber stand der Redner, überschaute alle und schmolz gleichsam in seinem Triumphgefühl.

Ich sah nur noch, wie Lembke in unaussprechlicher Aufregung irgendjemandem irgendetwas befahl. Neben ihm stand Julija Michailowna kreideweiß. Der junge Fürst näherte sich ihnen schnell. Sie flüsterte ihm etwas zu. Doch in diesem Moment sah ich schon mehrere Herren auf der Tribüne, meist offizielle Persönlichkeiten, die sich blitzschnell auf den Redner warfen und ihn hinter die Kulissen schleppten. Irgendwie gelang es aber diesem doch noch, sich loszureißen, und im Augenblick stand er wieder auf der Tribüne, um, mit erhobener Faust, gerade noch schreien zu können:

„Aber noch nie ist Rußland zu solch einer ...“

Doch schon hatte man ihn wieder gepackt, überwältigt und schleppte ihn weg. Sogleich stürmte ein ganzer Haufe von etwa fünfzehn Mann hinter die Kulissen, um ihn zu befreien, stürmte seitlich an der Tribüne vorüber, riß eine Barriere um ...

Ich sah nur noch, daß plötzlich – ich traute meinen Augen nicht – die Studentin (Wirginskis Schwester) auf der Tribüne stand. Sie hielt dieselbe Papierrolle in der Hand, war ebenso angezogen, ebenso rundlich, doch hinter ihr standen noch zwei oder drei Gesinnungsgenossinnen und zwei oder drei Genossen, unter diesen auch ihr Todfeind, der Gymnasiast. Ich vernahm sogar noch ihre ersten Worte:

„Ich bin gekommen, um Ihnen von den Leiden der unglücklichen Studenten zu erzählen und alle zu einem Protest aufzurufen!“ ...

Doch da lief ich schon hinaus. Mein Festordnerband steckte ich in die Tasche, durch eine Hintertür gelangte ich auf die Straße. Mein erster Weg war natürlich zu Stepan Trophimowitsch.

Siebzehntes Kapitel.
Das Ende des Festes

Siebzehntes Kapitel. Das Ende des Festes
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